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Flugunfallübung „Tango 2019“: Über 350 Personen proben den Ernstfall

30. März 2019

Flugunfallübung „Tango 2019“: Über 350 Personen proben den Ernstfall

Über 350 Personen nehmen am heutigen Samstag an der Flugunfallübung „Tango 2019“ im Sicherheitsbereich des Düsseldorfer Airports teil. Die Bestimmungen der Internationalen Zivilluftfahrt-organisation ICAO und der European Aviation Safety Agency (EASA) sehen im zweijährigen Turnus derartige Flugunfallübungen an internationalen Verkehrsflughäfen vor. „Die Übung gibt allen Beteiligten unter annähernd realen Bedingungen Gelegenheit, das komplexe Zusammenspiel von Einsatzkräften und involvierten Institutionen zu überprüfen und gegebenenfalls zu optimieren“, sagt Holger Roßlan, Notfall- und Safety Managements am Düsseldorfer Flughafen. „Das Gefahrenabwehrmanagement unseres Airports gilt branchenweit als vorbildlich.“

Übungsszenario (Kurzfassung)
Die Einsatzkräfte sehen sich am Samstagvormittag auf dem Vorfeld mit dem folgenden Szenario konfrontiert: Ein Flugzeug der „DüsselAir“ mit dem Flugziel Faro (FAO) ist auf der Rollbahn Richtung Startbahn unterwegs. Währenddessen startet ein Hubschrauber einer Imagefilm-Agentur. Aufgrund eines defekten Heckrotors lässt sich der Hubschrauber nicht mehr steuern, gerät ins Trudeln und prallt gegen die Maschine der „DüsselAir“. Anschließend stürzt er 20 Meter dahinter ab und brennt. Nach ersten Erkundungen gibt es Tote, Schwer-verletzte sowie leicht- und Unverletzte. Einige Familienangehörige und Freunde der Passagiere verfolgen das Unglück von der Zuschauerterrasse aus. Andere Angehörige kommen zum Flughafen nachdem sie über die Medien von dem Unfall erfahren haben.

Teilnehmer an der Flugunfallübung
Insgesamt sind über 350 Mitwirkende an der Übung „Tango 2019“ beteiligt. Folgende Stellen wirken mit:

  • Amt für Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz (Berufsfeuerwehr Düsseldorf)
  • AHS Düsseldorf Aviation Handling Services GmbH
  • Flughafenseelsorge/Ehrenamtliche/Notfallseelsorge
  • Airline Operators Committee (AOC)
  • Bundespolizeiinspektion Flughafen Düsseldorf (BPOL)
  • Jugendrotkreuz (JRK)
  • Flughafen Düsseldorf GmbH (FDG)
  • Flughafen Düsseldorf Security GmbH (FDSG)
  • Flughafen Düsseldorf Ground Handling GmbH (FDGHG)
  • Folkwang Universität der Künste
  • Eurowings Aviation GmbH
  • Polizeipräsidium Düsseldorf

Übungsverlauf (Auszug)
Die Deutsche Flugsicherung alarmiert vom Tower aus die Feuerwehr gegen 10:00 Uhr über die dauerhaft aktive Direktleitung. Die Flughafenfeuerwehr führt den Schnellangriff am Unfallort durch und übernimmt die erste Menschenrettung und Brandbekämpfung. Die Berufsfeuerwehr Düsseldorf, die bei derartigen Einsatzszenarien die Flughafenfeuerwehr im Bereich der Rettung und der Patientenversorgung unterstützt, wird ebenfalls alarmiert. Der Krisenstab tritt zusammen und koordiniert die Einsatz unterstützenden Maßnahmen wie beispielsweise die Einrichtung von Gates für die unverletzten Passagiere und Abholer. Außerhalb des Gefährdungs-bereiches wird in unmittelbarer Nähe zum Unfallort eine „Patientenablage“ eingerichtet. Dort werden die Verletzten gesichtet, erstversorgt und für den eventuell notwendigen Weitertransport in die Krankenhäuser vorbereitet. Parallel dazu nehmen spezielle Teams der Airline, des Flughafens und der Notfallseelsorge zur Betreuung der unverletzten Passagiere und Angehörigen ihre Arbeit auf.

Übungsziele
Eines der Hauptübungsziele von „Tango 2019“ ist es, die im so genannten Gefahrenabwehrplan festgelegten Prozesse und Abläufe praxisnah zu überprüfen. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Abteilungen des Flughafens, den beteiligten Einsatzkräften sowie den zuständigen Behörden und externen Stellen steht bei der Übung im Mittelpunkt. Auch die Mitglieder des Airport-Krisenstabs wirken an der Übung mit und trainieren im „Incident Coordination Center“ (ICC, Krisenstab) ihre Einsatz unterstützenden Aufgaben.

Außerhalb der eigentlichen Rettungsarbeiten steht zudem die psychosoziale Betreuung unverletzter Passagiere und Angehöriger im Mittelpunkt. Die Betreuungsteams und Seelsorger werden mit „traumatisierten“ Menschen konfrontiert, die unter anderem von Schauspielschülern der Essener Folkwang Universität dargestellt werden. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt bei der Flugunfallübung liegt in der Koordination der Angehörigen-Information.

„Notfallplanung und Gefahrenabwehrmanagement leben davon, dass auf komplexe Ereignisse schnell und adäquat reagiert wird. Dies werden wir heute überprüfen. Und wenn wir auf Grund der heutigen Übung zu neuen Erkenntnissen kommen sollten, dann werden diese Ergebnisse in den Gefahrenabwehrplan einfließen, damit im Ernstfall die Prozesse noch effizienter und schneller ablaufen können“, erklärt Holger Roßlan das übergeordneten Ziel von „Tango 2019“.

Übungskünstlichkeiten
Um die Abfertigung und den Flugverkehr nicht zu behindern, sind einige Künstlichkeiten bei der Flugunfallübung unvermeidbar. So rücken die Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr nicht mit Sonderrechten (Blaulicht, Martinshorn) aus dem Stadtgebiet an. Auch ist die Anzahl der eingesetzten Rettungsfahrzeuge und der Rettungskräfte geringer als bei einem realen Flugunfall, da die Versorgung des Stadtgebietes Vorrang vor Übungsszenarien hat. Außerdem kommt bei der Flugunfallübung kein Rettungshubschrauber zum Einsatz.

Realbetrieb
Am Samstag finden am Düsseldorfer Flughafen rund 430 Starts und Landungen statt. Passagiere und Besucher des Terminals werden regelmäßig über Durchsagen über die Übung informiert. Die Tower-Lotsen der Deutschen Flugsicherung informieren zudem die Cockpit-Crews der landenden und startenden Flugzeuge, so dass auch die Fluggäste an Bord über den Trainingscharakter informiert sind.

Auswertung
Aufgrund der zahlreichen beteiligten Stellen und der Komplexität der Übungsziele wird die Auswertung erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Die Erkenntnisse aus der Flugunfallübung „Tango 2019“ fließen anschließend in die Notfallplanung des Flughafens ein.


Bei Rückfragen steht Ihnen das Team der Unternehmenskommunikation (Tel: +49 (0)211 421-50000, E-Mail: mediencenter@dus.com) zur Verfügung.

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